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    Stadt Offenbach am Main

    Die Stadt Offenbach am Main besteht aus 21 Stadtteilen und erstreckt sich über eine Fläche von 44,88 km². Hier leben 15.821 Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren (Stand: 31.03.2023), die von verschiedenen Bildungs- und Betreuungsangeboten profitieren. Der Verwaltungssitz befindet sich in der Berliner Straße 100, Offenbach. Politisch wird die Stadt von Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke geführt, unterstützt von Bürgermeisterin Sabine Groß. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Webseite www.offenbach.de zu finden.

    Präventionskette in Aktion: Bisherige Projekte und Maßnahmen

    „Hungrig kommt man schlecht durch den Tag ...": Kostenfreies Mahlzeitenangebot für armutsgefährdete Kinder

    Seit Oktober 2025 erhalten Kinder im Kindertreff N 77 in der Neusalzer Straße an drei Tagen pro Woche ein frisch zubereitetes, ausgewogenes Mittagessen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder, die nach der Schule ohne verlässliche Mahlzeit in den Nachmittag starten würden.

    Der Kindertreff wurde bewusst als Standort ausgewählt, da in diesem Sozialraum viele Familien mit einem erhöhten Armutsrisiko leben, darunter zahlreiche Alleinerziehende und kinderreiche Haushalte. Rund 30 bis 35 Kinder nehmen das Angebot dienstags, mittwochs und donnerstags regelmäßig wahr. 

    Neben der Versorgung mit Essen bietet das gemeinsame Mittagessen einen wichtigen sozialen Rahmen. Die Kinder kommen zusammen, erzählen von ihrem Schultag, tauschen sich aus und können Sorgen ansprechen. Das stärkt das Miteinander, fördert Beteiligung und schafft Voraussetzungen für Lernen, Spielen und gesunde Entwicklung.

    Bürgermeisterin Sabine Groß informierte sich kürzlich vor Ort über das neue Angebot. Sie wies darauf hin, dass gerade Familien mit wenig Geld auch am Essen sparen müssten, Kinder seltener ein Pausenbrot dabeihätten und es nicht immer ein gemeinsames Abendessen in der Familie gebe. Umso wichtiger seien kostengünstige Essensangebote außerhalb der Familienstrukturen.

    Perspektivisch soll das Angebot weiterentwickelt werden. Geplant ist der Ausbau der derzeit sehr beengten Küche im Kindertreff, um die Zubereitung der Mahlzeiten besser zu organisieren und Kinder stärker einzubeziehen – etwa beim gemeinsamen Kochen und Backen. Damit werden Freude am Essen, Ernährungsbildung und Mitgestaltungsmöglichkeiten gezielt gefördert.

    Das Mittagessensangebot ist Teil des kommunalen Aktionsplans gegen Kinderarmut der Stadt Offenbach. Die Umsetzung erfolgt unter Federführung des Jugendamts in Zusammenarbeit mit lokalen Projektpartnern und wird durch zusätzliche kommunale Mittel unterstützt.

    Qualifizierungsreihe Armutssensibilität für Offenbacher Fachkräfte

    Mit einer eigenen Qualifizierungsreihe reagiert die Stadt Offenbach auf die Herausforderungen von Kinder- und Familienarmut. Im Rahmen des Kommunalen Aktionsplans gegen Kinderarmut bietet das Jugendamt ab September 2025 die Qualifizierungsreihe „Armutssensibilität“ an.

    Sie richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Offenbacher Kitas, der außerschulischen Pädagogik und Grundschulen. Ziel ist es, die Fachkompetenz im Umgang mit Armut zu stärken: Teilnehmende reflektieren ihre Haltung, erweitern ihr Wissen und lernen konkrete Handlungsstrategien, um Familien gezielt zu unterstützen und Teilhabe zu fördern.

    Stärkung der Fachkompetenz vor Ort

    Die Fortbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Offenbacher Kitas, der außerschulischen Pädagogik und Grundschulen. Ziel ist es, das Wissen über Armut zu vertiefen, die eigene Haltung zu reflektieren und konkrete Handlungsstrategien für den Berufsalltag zu entwickeln. Damit sollen Fachkräfte noch gezielter dazu beitragen, Kindern und Familien Teilhabe zu ermöglichen und Armut entgegenzuwirken.

    Inhalte und Aufbau

    Die Qualifizierung ist modular aufgebaut und kombiniert Präsenz- und Online-Formate. Zwischen den Modulen bearbeiten die Teilnehmenden Praxisaufgaben, um das Gelernte direkt in den Alltag einzubringen.

    Themenschwerpunkte sind unter anderem:

    • Grundlagenwissen zu Armut und gesellschaftlicher Teilhabe
    • Reflexion eigener Wertvorstellungen und biographischer Zugänge
    • Entwicklung einer armutsbewussten Haltung
    • Diskussion zu Teilhabe, Klassismus und Sozialraum
    • Handlungsansätze wie Empowerment, Normalisierung und Dekonstruktion
    • Arbeit an Fallbeispielen und Stärkung der Vermittlungskompetenz

    2. Offenbacher Fachtag zum Thema Armutssensibilität

    Am 27. August 2025 fand der zweite Offenbacher Fachtag zum Thema Armutssensibilität statt. Aufbauend auf dem ersten Fachtag zum Thema Kinderarmut wurde der Kommunale Aktionsplan gegen Kinderarmut mit seinen Schwerpunkten vorgestellt. Zudem wurden die Ergebnisse der Familienbefragungen präsentiert.

    Armut ist ein gesamtgesellschaftliches Problem – auch in Offenbach. Kinder gehören mittlerweile zu der Altersgruppe, die in Deutschland am häufigsten von Armut bedroht oder betroffen ist. Bereits im Juli 2022 hatte die Stadtverordnetenversammlung daher den Magistrat mit der Erstellung eines „Kommunalen Aktionsplans gegen Kinderarmut“ beauftragt. Mit der Teilnahme am Landesprogramm „Präventionsketten Hessen: Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben“ (Auridis-Stiftung und Hessisches Ministerium für Soziales und Integration) ergab sich zugleich die Möglichkeit, dieses Vorhaben fachlich und finanziell zu unterstützen.

    Im Quartierssaal des ostpol Gründercampus wurden die entwickelten Maßnahmen vorgestellt, die sowohl die soziale, gesundheitliche und materielle Teilhabe als auch Querschnittsthemen wie Armutssensibilität, Kinderrechte und Partizipation berücksichtigen. Mit ihrem Vortrag setzte Maren Hilke das Thema in einen gesellschaftlichen und politischen Kontext.

    Zudem wurde die Umsetzung der Familienbefragung, finanziert aus den Mitteln des Entwicklungsfond, vorgestellt.

    Programm des 2. Fachtags zum Thema Armutssensibilität

    Programm des 2. Fachtags // PDF 192 KB herunterladen

    Der Aktionsplan gegen Kinderarmut wurde beschlossen

    In Offenbach ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Kinderarmut erreicht: Am 24. Juni 2025 hat der Magistrat der Stadt Offenbach den Kommunalen Aktionsplan gegen Kinderarmut beschlossen. Damit wird der Weg für umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation armutsbetroffener Kinder, Jugendlicher und Familien geebnet.

    Der Kommunale Aktionsplan ist das Ergebnis eines intensiven, fachübergreifenden Prozesses unter Federführung des Jugendamts Offenbach im Rahmen des Landesprogramms „Präventionsketten Hessen – Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben“. Beteiligt waren unter anderem das Gesundheitsamt, Sozialamt, MainArbeit, die vhs sowie zahlreiche Akteure aus Bildung, Sozialer Arbeit und Initiativen. Auch Kinder, Jugendliche und Familien wurden aktiv einbezogen, sodass ihre Perspektiven in die Maßnahmen eingeflossen sind.

    In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Grundlagen geschaffen:

    • Eine interne Steuerungsgruppe mit verschiedenen Ämtern unter Leitung des Jugendamts koordiniert den Gesamtprozess.
    • In Expert*inneninterviews aus Verwaltung, Bildung, Trägerschaft und Initiativen sowie in Fachkräftebefragungen wurden erste Handlungsbedarfe identifiziert.
    • Im Rahmen des Entwicklungsfonds des Landesprogramms fand im Dezember 2023 der Fachtag „Gemeinsam gegen Kinderarmut. Auf dem Weg zum Kommunalen Aktionsplan“ statt, auf dem erste Zwischenergebnisse vorgestellt wurden. Diskutiert wurden u. a. Maßnahmen zur Freizeitgestaltung, frühzeitigen Förderung in Kitas, Elternstärkung und kostenfreien gesunden Mahlzeiten für Kinder. Zudem wurden konnten die anwesenden Fachkräfte ihre praktischen Erfahrungen einbringen und so die Bedarfserhebung um wertvolle Perspektiven aus dem Berufsalltag ergänzen.

    Erarbeitet wurde ein breites Maßnahmenpaket, das die soziale, gesundheitliche und materielle Teilhabe sowie die Bildungschancen von armutsbetroffenen und armutsbedrohten Familien stärkt. Geplant sind unter anderem:

    • Ausbau von Jugendzentren zu Familienzentren mit niedrigschwelligen Angeboten für die ganze Familie
    • Einrichtung eines Gesundheitscafés für Familien mit erschwertem Zugang zur medizinischen Versorgung
    • Kostengünstige Mahlzeiten in belasteten Stadtteilen
    • Ausbau der Hausaufgabenbetreuung
    • Gruppenangebote für Kinder ohne Kitaplatz, insbesondere für Kinder mit Förderbedarf
    • Qualifizierungsprogramme für Fachkräfte zur Armutssensibilität
    • Stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalen Prozessen

    Weitere Informationen zum Thema Kinderarmut in Offenbach finden Sie auf der städtischen Website.

    © stock.adobe.com

    Aktivitäten zum Weltkindertag 2024

    Zum Weltkindertag 2024 lud Offenbach zu zwei großen Familienfesten ein. Im Büsingpark und im Leonhard-Eißnert-Park erwarteten die Besucher*innen kreative Mitmachaktionen, Spielangebote und Informationen zu Kinderrechten und Unterstützungsangeboten. Ein Tag voller Spaß, Austausch und wertvoller Begegnungen!

    Zum Weltkindertag 2024 fanden in Offenbach gleich zwei große Familienfeste statt, die zahlreiche Besucher*innen anzogen. Im Büsingpark veranstaltete das Jugendamt Offenbach in Kooperation mit dem Kinderschutzbund, dem Internationalen Bund Waldhof und weiteren Partnern ein buntes Fest für Familien. Mit vielfältigen Aktionen wie Hüpfburg, Kinderschminken, Tattoos, einer Fußballwand und Angeboten zu Kinderrechten wurden Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Zudem nutzten viele Familien die Gelegenheit, sich beraten zu lassen und Kontakte zu unterstützenden Institutionen zu knüpfen.

    Auch im Leonhard-Eißnert-Park wurde gefeiert: Der Verein IGEL e. V. organisierte gemeinsam mit dem Jugendamt und weiteren Partner*innen ein Familienfest mit kreativen Bastel- und Beteiligungsangeboten. Besonders beliebt war das Schminken – nicht nur für Kinder, sondern auch für ihre kranken Kuscheltiere.

    Ein besonderer Fokus beider Feste lag auf der Information zu Unterstützungsangeboten für Kinder und Familien in Offenbach. Die Weltkindertagsfeste haben sich in der Stadt fest etabliert und erfreuen sich jedes Jahr großer Beliebtheit.

    Einblick in die Kommune und Arbeit der Koordinator*innen

    Was war die Motivation der Kommune zur Teilnahme am Landesprogramm?

    Offenbach ist eine der ärmsten Kommunen Hessens – viele Kinder wachsen in herausfordernden Lebenslagen auf mit entsprechenden Auswirkungen auf ihre soziale, kulturelle, gesundheitliche und materielle Teilhabe.  Im Juli 2022 haben die Stadtverordneten Offenbachs daher die Erstellung eines Aktionsplans gegen Kinderarmut beschlossen. Mit der Teilnahme am Landesprogramm können wir dieses Vorhaben um den Aufbau einer nachhaltigen Präventionskette erweitern und damit das gelingende Aufwachsen aller Offenbacher Kinder fördern - ein wichtiger Beitrag, um Kinderrechte auf kommunaler Ebene durchzusetzen. 

    Was ist das Ziel, welches Ihre Kommune durch die Teilnahme am Landesprogramm erreichen will?

    Unser Ziel ist es, die Folgen des Aufwachsens in Armut abzumildern und die Teilhabechancen betroffener Kinder und Jugendlicher verbessern. Mit dem Vorhaben soll eine abgestimmte kommunale Gesamtstrategie gegen Kinderarmut entwickelt werden, die neben den individuellen Ansätzen zur Armutsprävention bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien auch gesamtstrukturelle Verbesserungen berücksichtigt. 

    Welche drei Themen sind Ihrer Kommune besonders wichtig im Rahmen des Landesprogrammes?

    • Empowerment und Stärkung der Resilienz armutsbetroffener und –bedrohter Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien.
    • Niedrigschwellige Zugänge zum bestehenden Unterstützungssystem ausbauen 
    • Armutssensibilität der Fachkräfte fördern 

    Was repräsentiert Ihre Kommune am besten?

    Das Offenbacher Herz ist der Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz - hier fusionieren alle guten Seiten der Stadt, ihre Offenheit und Vielfalt, die Lebendigkeit und die Herzlichkeit zu kulinarisch-sozialem „place to be“. Ob alteingesessen oder neuzugewandert – der Wilhemsplatz ist ein charmanter Lieblingsort aller Offenbacher*innen.  

    Welche ersten Schritte in Bezug auf die Präventionskettenarbeit wurden bereits gegangen bzw. welche ersten Schritte stehen an?

    • Eine ressortübergreifende Steuerungsgruppe wurde etabliert.
    • Aktuell werden Strukturen, Akteure und Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien gesichtet.
    • Nächster Schritt ist die Bedarfsanalyse: dazu werden Schlüsselakteure aus Verwaltung und Trägerschaft sowie Betroffene befragt. Am Ende dieses Prozesses sollten die Handlungsfelder und Zielgruppen feststehen, auf die sich das Vorhaben zunächst konzentrieren wird.
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    Karin Bahlo

    Koordinatorin Präventionskette Offenbach am Main
    Landesprogramm Präventionsketten Hessen
    Verortung: Jugendamt – Stabsstelle Prävention
    Stadt Offenbach

    +49 (0)69 8065 3189
    karin.bahlo@remove-this.offenbach.de

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    Roberta Ferrante

    Koordinatorin Präventionskette Offenbach am Main
    Landesprogramm Präventionsketten Hessen
    Verortung: Jugendamt – Kinder- und Jugendarbeit
    Stadt Offenbach 

    +49 (0)69 8065 3802
    roberta.ferrante@remove-this.offenbach.de


    Stand der angegeben Daten: 07.2024

    Die Inhalte wurden von den jeweiligen Kommunen selbst verfasst und lediglich durch die Landeskoordinierungsstelle auf der Webseite veröffentlicht.